Bevern (awin). Der amtierende Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Bevern, Thomas Junker (CDU), will erneut kandidieren. Der Kommunalpolitiker kündigte an, bei der kommenden Wahl wieder für das Amt anzutreten.
Nach eigenen Angaben habe er diese Entscheidung bereits vor längerer Zeit getroffen. Der Vorstand des CDU-Verbandes Burgberg habe deshalb schon im vergangenen Jahr einstimmig beschlossen, den Mitgliedern vorzuschlagen, Junker erneut als Kandidaten zu nominieren. Die Aufstellungsversammlung ist im Mai geplant.
Junker erklärte zudem, er würde sich über eine Unterstützung seiner Kandidatur durch weitere Parteien freuen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen sei es aus seiner Sicht sinnvoll, diese gemeinsam anzugehen. Eine parteiübergreifende Unterstützung wäre seiner Einschätzung nach ein starkes Zeichen für Zusammenhalt.
Amt ist für Junker „Berufung“
Als wesentlichen Grund für seine erneute Kandidatur nennt der CDU-Politiker seine persönliche Verbundenheit mit der Samtgemeinde. „Das Amt des Samtgemeindebürgermeisters in Bevern ist für mich nicht nur Beruf, sondern Berufung“, erklärte Junker.
Er schätze die dörfliche Struktur der Region, die landschaftlich reizvolle Lage und die Menschen, die dort leben. Besonders hervor hob er die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten im Rathaus und im Bauhof, mit den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden, Ratsmitgliedern sowie zahlreichen ehrenamtlich Engagierten.
„Für mich ist das ein bisschen wie eine große Familie. Man kennt und man schätzt sich, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist“, so Junker.
Rückblick auf Projekte seit 2019
Darüber hinaus wolle er begonnene Projekte weiter voranbringen. Bereits vor seinem Amtsantritt im November 2019 sei ihm klar gewesen, dass es länger als eine Wahlperiode dauern werde, die Samtgemeinde und ihre Mitgliedsgemeinden für die Zukunft aufzustellen, Investitionsstaus abzubauen und die Verwaltung weiter zu modernisieren und zu digitalisieren. Deshalb sei er schon damals mit der Absicht angetreten, sich nach Ablauf der Amtszeit erneut zur Wahl zu stellen.
Mit Blick auf die vergangenen sechseinhalb Jahre zieht Junker eine positive Bilanz. Gemeinsam mit den Gemeinden sei es gelungen, rund sechs Millionen Euro an Fördermitteln einzuwerben. Damit seien unter anderem das Freibad zu einem Naturfreibad umgebaut, mehrere Dorfgemeinschaftshäuser saniert und Projekte wie der Ausbau von Straßen und Radwegen umgesetzt worden.
Auch Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung und öffentliche Infrastruktur habe es gegeben, etwa mit neuen Krippengruppen in Golmbach, der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule im Forstbachtal in Negenborn sowie einem Dorfplatz in Bevern.
Zudem habe die Samtgemeinde Projekte Dritter begleitet, darunter den Bau eines neuen Kindergartens in Bevern, den neuen Rewe-Markt sowie den Glasfaserausbau. Weitere Maßnahmen betrafen unter anderem neue Satzungen für Wasser und Abwasser, die Überarbeitung der Straßenausbaubeitragssatzungen, die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans sowie Fortschritte bei Digitalisierung und interkommunaler Zusammenarbeit.
Viele Aufgaben in den kommenden Jahren
Auch künftig stünden zahlreiche Aufgaben an. Dazu gehörten unter anderem die Umsetzung weiterer Dorfentwicklungsprojekte, der Um- und Anbau des Rathauses, ein neues Feuerwehrgerätehaus in Negenborn, ein Anbau an die Krippe in Bevern sowie Verbesserungen im Schulzentrum Bevern.
Hinzu kämen Themen wie kommunale Wärmeplanung, Starkregenvorsorge, ärztliche Versorgung, der geplante Windpark oder Fragen rund um den Kiesabbau.
Sorge um kommunale Finanzen
Sorgen bereitet Junker nach eigenen Worten die finanzielle Entwicklung der Kommunen. Weder die Samtgemeinde noch ihre Mitgliedsgemeinden könnten ihre Haushalte derzeit ausgleichen. Viele Kommunen in Niedersachsen stünden vor ähnlichen Problemen. Laut Niedersächsischem Städte- und Gemeindebund hätten sich die Defizite der Kommunen im vergangenen Jahr allein in Niedersachsen auf über vier Milliarden Euro summiert.
Junker sieht daher das Land in der Pflicht, den kommunalen Finanzausgleich neu zu ordnen. „Wir brauchen weniger Förderprogramme, dafür aber eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen“, erklärte er.
Gleichzeitig müsse auch vor Ort geprüft werden, wie sich Defizite reduzieren ließen. In der kommenden Wahlperiode könnten deshalb auch unangenehme Entscheidungen notwendig werden. Zugleich warnte er davor, notwendige Infrastruktur zu vernachlässigen, da dies langfristig häufig noch höhere Kosten verursache.
Foto: Junker