Bevern (awin). Eines der herausragenden Highlights des Beveraner Frühlings-Reitturniers ist in diesem Jahr der Große Preis von Bevern am Sonntagnachmittag – ein Weltranglistenspringen, dotiert mit 28.200 Euro. Neben dem üppigen Preisgeld und Weltranglistenpunkten gibt es noch eine besondere Auszeichnung aus der Region in Form eines Wanderehrenpreises: Der Sieger erhält ein exklusives Porzellanpferd der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG GmbH, überreicht vom Landrat des Landkreises Holzminden, Michael Schünemann, sowie Vertretern der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG.
Bei der Auszeichnung handelt es sich um ein Hussmannpferd mit den Abmaßen 41 × 14 × 41 Zentimetern und einem Gewicht von rund 2,8 Kilogramm. Der Wert der kunstvollen Figur liegt bei etwa 6.000 Euro. Damit gehört die Trophäe zu den besonders hochwertigen Preisen dieser Turnierwoche und verleiht dem Wettbewerb eine zusätzliche Strahlkraft.
Kunstwerk mit Geschichte und Seltenheitswert
Entworfen wurde die Figur von dem renommierten Tierbildhauer und Maler Albert Hinrich Hussmann (1874–1946), der insbesondere für seine anatomisch präzisen Darstellungen von Pferden bekannt ist. Die vollplastische Skulptur zeigt ein stehendes Pferd mit aufgestellten Ohren auf einem rechteckigen Sockel. Bereits 1944 wurde eine solche Porzellanfigur erstmals in Fürstenberg entwickelt.
Das dargestellte Tier ist kein Fantasieprodukt. Die Figur bildet den erfolgreichen englischen Vollbluthengst Blasius ab. Dieser wurde 1934 im Gestüt Waldfried geboren und machte sich als Galopprennpferd einen Namen. Abstammend vom Hengst Aurelius und der Stute Blaue Blume, war Blasius später als Deckhengst im Gestüt Harzburg im Einsatz und hinterließ zahlreiche Nachkommen, die unter anderem im Dressursport erfolgreich waren.
Regionale Verbundenheit und besondere Wertschätzung
Die enge Verbindung zwischen Region, Pferdesport und Kunst spiegelt sich auch in weiteren Werken Hussmanns wider. So stammt auch das große Bronzepferd in der Ortsmitte von Fürstenberg, nahe der Kirche, aus seiner Hand. Es unterstreicht die traditionsreiche Beziehung zwischen der Porzellanmanufaktur und der Pferdekultur.
Für Turnier-Organisator Gerald Schoppe ist die Wahl dieser besonderen Trophäe daher folgerichtig: „Das Porzellanpferd ist sehr edel, steht als Bronzestatue eins zu eins im Großformat in unserem Landkreis und zeigt, dass seit Jahrzehnten Pferde in verschiedensten Facetten in der Region vertreten sind und eine wichtige Rolle einnehmen.“ Anfang April wurde das Porzellanpferd auf dem Schlossgelände der Manufaktur durch Geschäftsführerin Cornelia Abbé übergeben.
Für eine würdige Präsentation sorgt zudem ein eigens gefertigter Sockel der Möbeltischlerei Holz Specht aus Stahle. Dieser veredelt die Figur nicht nur optisch, sondern soll künftig auch die Namen der Sieger tragen. Gibt es im darauffolgenden Jahr einen anderen Gewinner, wird der Sockel um den neuen Namen ergänzt. Die Trophäe wird Jahr für Jahr an den Sieger des Großen Preises von Bevern weitergegeben. Gewinnt ein Teilnehmer den Großen Preis von Bevern in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, geht das Porzellanpferd in seinen Besitz über.
Damit bleibt am Ende vor allem eine spannende Frage offen: Wer wird sich am Sonntagnachmittag, 10. Mai, durchsetzen und das wertvolle Porzellanpferd als Symbol seines Erfolgs in die Höhe strecken dürfen?
Foto: awin