Holzminden (red). Das Wasserstoffnetzwerk Leine-Weser und die Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden hatten im April zu einem Workshop „Wasserstoff in der Industrie – aktuelle rechtliche Vorgaben und Förderoptionen“ im create:hub in Holzminden eingeladen. Interessierte Vertreterinnen und Vertreter regionaler Unternehmen, der Politik und Verwaltung kamen zusammen, um Wasserstoff als einen zentralen Baustein der Energiewende zu betrachten und zu diskutieren. Ziel des Workshops war es, Einblicke in rechtliche Vorgaben und aktuelle Fördermöglichkeiten zu geben sowie gemeinsam zu erörtern, wie Wasserstoff in Unternehmen integriert werden kann.
Austausch zu Bedarfen und Infrastruktur
Martin Hellwig, Netzwerkmanager des Wasserstoffnetzwerks Leine-Weser, führte durch den Abend und ließ die Teilnehmenden bei einer ersten Vorstellungsrunde Einblicke in ihre verschiedenen Tätigkeitsfelder sowie Erwartungshaltungen geben. Die Bedarfe reichten von Alternativen zum Erdgas über die potenzielle Produktion von Wasserstoff bis hin zum Bau von Wasserstoffanlagen. Auch die Infrastruktur für Herstellung und Transport von Wasserstoff sorgte für intensive Gespräche.
Fachliche Impulse und Fördermöglichkeiten
Fachliche Impulse erhielten die Teilnehmenden zu drei verschiedenen Schwerpunkten. Burkhard Hoffmann von der Stiftung Umweltenergierecht referierte zu rechtlichen Vorgaben für erneuerbaren Wasserstoff in der Industrie. Ein wichtiger Schritt sei es, langfristige Wasserstoffprojekte mit Partnern entlang der gesamten Lieferkette anzugehen. Dabei spiele die Sicherstellung von Abnahme und Versorgung eine große Rolle, wobei eine sogenannte Wasserstoff-Mischversorgung, etwa die Beimischung von Wasserstoff in bestehende Erdgasnetze, eine Übergangslösung sein könne.
Zur Frage, wie Wasserstoff konkret in Unternehmen gelangen kann, gab Desiderius Balazs von der Avacon Netz GmbH Einblicke in aktuell laufende Überlegungen zu einer lokalen Anlage für die Herstellung von Wasserstoff. Neben dem Aufbau eines sogenannten Elektrolyseurs spielte auch der leitungsgebundene Transport über ein teilweise bestehendes Verteilnetz eine zentrale Rolle.
Wie entsprechende Vorhaben gefördert werden können, erläuterte Dr. Carsten Hoch vom Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien. Vorgestellt wurde unter anderem die „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz“ anhand konkreter Beispiele. Gefördert werden Industrieprojekte, die zur Treibhausgasneutralität beitragen. Dabei können unter bestimmten Voraussetzungen industrielle Prozesse und Produktionsanlagen unterstützt werden.
Bedeutung für die Region und Ausblick
Darüber hinaus nahm der Austausch zwischen Referierenden und Teilnehmenden eine zentrale Rolle ein. Dabei wurden Gemeinsamkeiten und potenzielle Projektansätze diskutiert, die weiterverfolgt werden sollen. Insbesondere für die energieintensive Industrie im Landkreis Holzminden sei ein gemeinschaftliches und lösungsorientiertes Vorgehen essenziell, das in weiteren Terminen vertieft werden solle.
„Eine Anbindung an beziehungsweise der Aufbau von entsprechender Infrastruktur ist gerade hier in der Region von großer Bedeutung, da es zahlreiche energieintensive Unternehmen gibt, die vom Wasserstoff profitieren können“, erklärt Nicolas Westermeier, Bereichsleiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden. „Wir müssen jetzt tätig werden, um den Anschluss nicht zu verpassen und uns zukunftsorientiert aufzustellen, gerade auch im Hinblick auf das Erreichen der nationalen Klimaschutzziele und einer energetischen Unabhängigkeit.“ Daher habe man sich bereits vor einiger Zeit auf den Weg gemacht und das Wasserstoffnetzwerk Leine-Weser mitgegründet. Es bringe Akteure aus Unternehmen, Kommunen, Netzbetreibern, Kammern sowie Klimaschutz- und Energieagenturen zusammen, halte über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden und unterstütze den Aufbau gemeinsamer Projekte.
Wasserstoffforum im Mai angekündigt
Der Frage, wie der Schritt vom Potenzial in die Praxis gelingen kann, widmet sich das Wasserstoffforum Leine-Weser am Dienstag, 26. Mai 2026, in Liebenau. In der Zeit von 12:30 bis 16 Uhr erwarten Interessierte praxisnahe Einblicke, konkrete Projektbeispiele und Gelegenheiten zum Netzwerken mit Akteuren aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Das Forum richtet sich an Unternehmen und Kommunen aus der Region, die sich aktiv mit den Möglichkeiten einer wasserstoffbasierten Energieversorgung auseinandersetzen möchten – sei es als potenzielle Erzeuger, Abnehmer oder in der kommunalen Planung und Umsetzung. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich unter www.wasserstoff-leine-weser.de.
Für weitere Fragen steht die Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden telefonisch unter 0 55 31 - 707 110 sowie per E-Mail an
Foto: Landkreis Holzminden