Landkreis Holzminden (red). Agentur für Arbeit und Jobcenter Holzminden haben gemeinsam mit Netzwerkpartnern eine überbetriebliche Umschulung im Bereich Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erfolgreich initiiert. Neun Teilnehmende haben die Maßnahme, die im Herbst 2023 begann, Anfang 2026 erfolgreich abgeschlossen.
Stellvertretend für die Absolventinnen und Absolventen stehen Dominic Reese und Steffen Schultz. Beide betonen, dass der Schritt in die überbetriebliche Umschulung für sie der richtige gewesen sei. Reese hebt insbesondere ein dreiwöchiges Praktikum in Schweden hervor: „Mein Highlight in der Umschulung war, dass ich ein dreiwöchiges Praktikum in Schweden absolvieren konnte“, berichtet er und ergänzt: „Die schwedische Arbeitsweise unterscheidet sich in vielen Punkten erheblich von der deutschen; alle Rohre sind dort beispielsweise im Aufputz verlegt.“
Schultz hat nach dem erworbenen Berufsabschluss bereits die ersten zwei Arbeitswochen hinter sich. „Ich habe nie aufgegeben, auch wenn es in meinem Leben mal schwierig gewesen ist. Meine Familie war dabei stets mein Halt und meine Stütze“, sagt der 51-Jährige.
Netzwerk stärkt Fachkräftegewinnung
Peter Kriehn, Maßnahmekoordinator beim Bildungsträger SBH Nordost am Standort Holzminden, berichtet von einem besonderen Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. „Die Umschüler, die im Herbst 2023 begonnen haben, zeichnen sich durch einen besonderen Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung aus“, so Kriehn. Bei Bedarf werde eine sozialpädagogische Begleitung angeboten, auch der Erwerb von Deutschkenntnissen sei parallel möglich.
Detlef Struck, stellvertretender Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Holzminden, begrüßt die neuen Fachkräfte ausdrücklich. „Das Handwerk sucht Fach- und Führungskräfte in allen Gewerken. Es bietet langfristige Perspektiven in einem familiären Umfeld, das sehr gut auf individuelle Herausforderungen seiner Mitarbeitenden eingehen kann“, betont Struck.
Xenia Merkl, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Holzminden, verweist auf die strategische Ausrichtung des Projekts: „Als wir die überbetriebliche Umschulung in Holzminden geplant haben, war uns wichtig, Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt aufzuzeigen. Insbesondere im Bereich SHK haben wir diese gesehen, da dieser Beruf neben vielen anderen für das Gelingen der Energiewende wichtig ist. Durch die überbetriebliche Umschulung in diesem Bereich haben wir eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten geschaffen.“
Modell wird fortgeführt
Das Erfolgsmodell wird fortgesetzt. Aktuell befinden sich nach Angaben von Marie-Luise Niegel, Geschäftsführerin des Jobcenters Holzminden, 13 Umschülerinnen und Umschüler in der Maßnahme. Sie absolvieren den theoretischen Teil beim Bildungsträger SBH und an der Berufsbildenden Schule Holzminden, ergänzt durch Praktika in heimischen Handwerksbetrieben.
„Wir bieten dieses Modell auch weiterhin an. In 2026 gibt es Starttermine in April und August. Interessierte können sich an ihre Ansprechpersonen bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter wenden“, so Niegel. Abschließend resümiert sie: „Dieses Projekt im Landkreis Holzminden ist ein hervorragendes Beispiel für die gelebte Netzwerkarbeit zwischen Jobcenter, Arbeitsagentur, Kreishandwerkerschaft, BBS Holzminden und dem Bildungsträger SBH.“
Foto: Agentur für Arbeit